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Boppard, die Perle am Mittelrhein, vereint in bemerkenswerter Weise Geschichte, Landschaft und Kultur zu einem harmonischen Ganzen. Schon die Römer erkannten die strategische und ästhetische Bedeutung dieses Ortes und hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind. Im Mittelalter entwickelte sich Boppard zu einer wohlhabenden Stadt, getragen vom Weinbau und dem regen Handel auf dem Fluss. Noch heute zeugen die engen Gassen, alten Mauern und ehrwürdigen Kirchen von jener Epoche, in der Boppard ein wichtiger Knotenpunkt am Rhein war.
Doch Boppard ist mehr als ein Museum der Vergangenheit. Umgeben von den sanften Hügeln des Hunsrücks und den berühmten Weinbergen des Rheintals, entfaltet die Stadt eine stille, beinahe meditative Schönheit.
Der Blick über die Rheinschleife, wo sich Wasser und Licht in immer neuen Nuancen begegnen, wirkt wie eine Einladung zur Besinnung - ein Ort, an dem sich Natur und Geschichte wechselseitig durchdringen.
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Die Reichsburg in Cochem, 1024 als Pfalzgrafenburg errichtet, fiel 1151 ans Reich, danach war sie an das Erzbistum Trier verpfändet. Die Burg überstand wohl den Dreißigjährigen Krieg halbwegs intakt, wurde dann aber wie fast alle Burgen im Moseltal von den Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. zerstört. Später sprach der Wiener Kongress die Burgruine Preußen zu. Der neureiche Berliner Fabrikant Louis Ravene kaufte die Ruine für einen Spottpreis und liess sie für exorbitante Summen wiederaufbauen. Der Kauf ist jedoch an Bedingungen gebunden: Der Wiederaufbau soll nach dem mittelalterlichen Vorbild erfolgen. Dafür nutzte er den alten Kupferstich der Burg von Hogenberg aus dem Jahre 1576. Außerdem soll die Burg für Besucher zugänglich sein. Dies löste man für die damalige Zeit auf innovative und kluge kaufmännische Art und Weise: Nach der Fertigstellung 1877 darf jeder Besucher, der es sich leisten kann, gegen Entgelt im Gästehaus der Burg übernachten, mit dem Burgwart an einer Führung teilnehmen und von dem auf dem Schlossberg angebautem Ravene-Wein trinken. Natürlich nur, wenn der Burgherr mit seiner Familie nicht vor Ort ist. Dem Burgherrn blieb aber eines verwehrt: Das Glück einer erfüllten Ehe. Seine junge Gattin Therese Elisabeth brennt mit einem Hausgast durch - ein Skandal, von dem er sich nur schwer erholt und von dem sich Theodor Fontane später zu dem Roman L'Adultera - die Ehebrecherin inspirieren lässt.